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Fahrbericht
So gut sah noch kein Mercedes aus: Der CLS 350 kombiniert die Eleganz eines Coupés mit dem Platz und Komfort einer Limousine

 
  • Ein Coupé hoher optischer Qualität mit vier Türen positioniert zwischen E- und S-Klasse
  • Seiner Größe zum Trotz erstaunlich handlich
  • Technisch basiert das extravagante viertürige CLS-Coupé auf der E-Klasse-Limousine


Mercedes CLS: Dieses Designerstück ist alles andere als ein gewöhnlicher Mercedes-Benz

Fahrbericht Mercedes CLS 350

Bislang machte Mercedes nicht gerade durch mutiges Design von sich reden. Doch mit dem neuen CLS werden die Stuttgarter Autobauer zu ästhetikverliebten Stilisten. Auf Basis der Mercedes E-Klasse kreierten die Schwaben einen wahren Hingucker.



Mit dem viertürigen Coupé besetzt Mercedes eine neu entdeckte Nische

Mal abgesehen vom neuen SLK, SL und SLR bietet Mercedes-Benz bei den traditionellen Modellreihen C-, E- und S-Klasse klassisches Design mit klaren Karosserieformen und nur dezent-modischer Akzentuierung. Der Verkauf zeigt den Erfolg bei der treuen konserativ-orientierten Kundschaft. Mit der CLS-Klasse geht Mercedes-Benz einen gewaltigen und mutigen Schritt weiter und brachte im Herbst letzten Jahres ein außergewöhnliches wie auch zukunftsweisendes Coupé-Konzept auf den Markt. Optisch gibt sich der CLS deutlich sportlicher als seine viertürigen Konzernbrüder. Doch der Zwitter zwischen Coupé und Limousine überzeugt vor allem auch durch seine Fahrleistungen.



Die neue CLS-Klasse fasziniert mit Siebengangautomatik und raffinierter Luftfederung. Ein Mercedes steht für Sicherheit, Komfort und Funktionalität. Das Auto ist irgendwie anders und irgendwie dann doch typisch Benz. Ein Coupé, so die gängige Meinung, hat zwei Türen und sonst vor allem den Vorteil, dass es schnittiger aussieht, als die entsprechende Limousine. Meist sind damit ein erheblich höherer Preis und Abstriche bei der Praxistauglichkeit verbunden. Genau das richtige für die, denen eine hoch motorisierte E-Klasse zu gewöhnlich, ein CLK zu klein und die S-Klasse zu snobistisch ist.

Nicht nur optisch begeistert der CLS durch seine elegante Form

Mercedes hat mit der CLS Klasse eine neue Generation von Fahrzeugen geschaffen. Die klassische Limousine getarnt als Coupé. Die Linienführung wirkt durch das abfallende Heck insgesamt sportlich und elegant . Die Formensprache an Bug und Heck machen den CLS unverwechselbar. Fast so lang wie eine S-Klasse (4,91 Meter), aber viel flacher (Höhe 1,40 Meter) und hinten fast schon ein Fließheck.
Der viertürige Mercedes CLS ist mit einer Länge von 4,91 m übrigens ein vollwertiger Viersitzer. Dazu später mehr.


Zwei gleichlaufend, aber unterschiedlich gebogene Linien prägen die Seitenansicht. Motorhaube, Dach und Kofferraum geben einen straffen Spannungsbogen und gehen fast unsichtbar ineinander über. Front und Heck mit kleinen Leuchteinheiten wirken bullig und filigran zugleich. Betörend schön die geschwungene Seitenlinie mit den mächtigen Rädern und schmalen Fensterflächen. Das stark gerundete Dach und die vorne stärker abfallende Sicke oberhalb der Türgriffe.



9,5 Zentimeter mehr Länge gegenüber der E-Klasse strecken den CLS. Gleichzeitig wirken Heck und Front bullig. Kein Wunder. Die Spur wurde gegenüber der E-Klasse um 3,5 bzw. 5 Zentimeter verbreitert. Den Rest der optischen Präsenz besorgen Leuchten bzw. Scheinwerfer. So gut sah noch kein Mercedes aus: repräsentativ in den Abmessungen, aber dynamisch im Design.

Wie der CLS auf unbeteiligte Passanten wirkt, hatten wir bisher noch nie erlebt. Kaum jemand, der sich nicht vom Straßengeschehen ablenken lässt und unserem Testwagen mit offenem Mund und neidischen Augen hinterher starrt. Mercedes hat es geschafft die Emotionen zu treffen.


Bild oben: Den Innenraum dominieren edle Materialien


Innenraum

Innen setzt sich der neue Chic fort. Der Innenraum gibt sich edel und hier imponiert der schöne Schwabe durch den Eindruck von Hochwertigkeit, die perfekt auf die Bedürfnisse der Gäste abgestimmt ist. Türverkleidungen und Armaturenbrett nehmen das Motiv der geschwungenen Linien wieder auf, und das Holz der Verkleidungen ist matt lasiert auch als solches zu erkennen. Das macht es auch griffsympathisch und wenig empfindlich für Fingerabdrücke. Die klassischen Rundinstrumente passen gut in dieses Ambienté und sind analog der E-Klasse sehr übersichtlich.



Überhaupt ist die Bedienung so unkompliziert wie in jedem anderen Mercedes auch - vom ebenfalls markentypisch überfrachteten Lenkstockhebel mal abgesehen.

 

Im Fond sind die Zugeständnisse an die hübsche Form geringer als bei klassischen Coupés. Der Einstieg erfordert zwar etwas Demut in Form eines stark geneigten Hauptes, aber innen angekommen ist die Kopffreiheit für Personen bis gut 1,80 Meter Körpergröße gerade noch ausreichend bemessen. Sonst gibt es Platz satt. Vorne zeigt sich das gewohnte Mercedes-Bild. Die Sitze bieten sehr guten Seitenhalt und lassen die Passagiere auch auf längeren Etappen nicht ermüden. Das übersichtliche Armaturenbrett zeigt sich leicht geschwungen und mit hochwertigem, matt schimmerndem Edelholz bedeckt. Dazu mag die preiswert wirkende Klimaautomatik im Plastik-Look nicht so recht passen.

Auch beim Gepäck sind bei über (!) 500 Litern Kofferraumvolumen keine Kompromisse notwendig. Dieser wert stellt selbst für eine Limousine einen guten Wert. Die Ladekante ist ausreichend niedrig, und die Zugänglichkeit des recht flachen Kofferraums einwandfrei. Umklappbare Sitzlehnen im Fond wie in der E-Klasse gibt es allerdings nicht. Ein Skisack muss reichen.

Das flach verlaufende, bogenförmige Dach und die kleinen Seitenfenster schränken die Rundumsicht soweit ein, dass sich deshalb die Parktronic (Aufpreis: 766 Euro) anbietet.

 



Sicherheit

In der stabilen Karosserie, einer nochmals überarbeiteten Leichtbau-Struktur aus hochfesten Stählen und Aluminium sorgen modernste Rückhaltesysteme, darunter anpassungsfähige Airbags vorn, Fensterluftsäcke hinten und vorn. Natürlich hat das Auto auch die elektronisch gesteuerte Bremse (Sensotronic Brake Control) und das neueste elektronische Stabilitätsprogramm ESP.
Neu war in unserem Testwagen das Mercedes-Sicherheitssystem Pre-Safe, das in kritischen Fahrsituationen in allerletzter Sekunde eingreifend reguliert und, beispielsweise, die Gurte vorstrafft, das Schiebedach schließt und die Sitzlehnen in eine optimale Position drückt. Das CLS-Fahrwerk wurde im Vergleich zur E-Klasse etwas tiefer und damit straffer abgestimmt. Die tempoabhängige Servolenkung (ihre Parameter lassen sich über die elektronische Steuerung verändern) und die Luftfederung vermitteln dem langen Schiff dennoch ein sportlich-dynamisches Fahrverhalten.

  Bild Links: Das Radargerät versteckt sich hinter dem Mercedes-Stern. Der Abstandsregeltempomat DISTRONIC erkennt, wenn ein zuvor eingestellter oder der gesetzlich vorgeschriebene Abstand zum Vorausfahrenden unterschritten wird. Er reagiert darauf mit Gaswegnehmen oder der Betätigung der Bremse. Bei kritischen Abständen ertönt außerdem ein akustisches Signal. Vergrößert sich der Abstand nach einer Annäherung, nimmt der Tempomat automatisch wieder Fahrt auf.

Motor

Wir fuhren die Basis des neuen Coupés als CLS 350 mit sechs Zylindern und 200 KW / 272 PS. Die Fahrleistungen sind dennoch sehr ansehnlich. Der CLS darf anders als bislang die E-Klasse schon den neuen 3,5-Liter-V6 nutzen. Das 272-PS-Aggregat, das im SLK Premiere feierte, schiebt den 1,7-Tonner überraschend vehement vorwärts. Zusammen mit der neuen Mercedes-Sieben-Gang-Automatik bildet der Motor ein Dreamteam. Vom flotten Auspuffsound des SLK ist leider nichts mehr zu hören. Das Aggregat wurde immerhin soundoptimiert konstruiert. Objektiv ist man freilich flott unterwegs im CLS 350, und die Automatik nutzt im Cruise-Modus die gute Durchzugskraft des Vierventilers gekonnt aus. Sie lässt es auch am Berg mal mit 2000 U/min bewenden, um bei wachsendem Leistungsbedarf fast unmerklich eine Stufe zurückzuschalten. Nur bei starker Beschleunigung schaltet sie mehrmals zurück, was zu einer eigentümlichen Verzögerung führt. Was viel wichtiger ist: Fast lautlos kann man mit diesen Coupés im friedlichen Bereich - um die 130 km/h - kommod dahin gleiten. Zwischen 2400 und 5000 Umdrehungen hat die Maschine ein Drehmoment von 350 Newtonmetern. Dies kann nur noch übertroffen werden von einer Diesel-Version, die noch diesen Sommer angeboten werden soll.

Fahrwerk und Lenkung

Das CLS Coupé fasziniert mit raffinierter Luftfederung. Dies zeichnet sich durch einen hohen Abrollkomfort aus und lässt den CLS - nach vielen von uns auf der Autobahn absolvierten Testkilometern - mit einer exzellenten Langstreckentauglichkeit glänzen. Schweben ist genau der richtige Begriff zur Beschreibung des Fahrerlebnisses. Man fährt nicht und rollt auch nicht, sondern man gleitet über die Straßen. Auf grobem Untergrund mit Kanaldeckeln gibt sich der Schwabe überaus harmonisch. Kleinere Asphalt-Holprigkeiten werden problemlos ausgeglichen. Einzig die Neigung zum leichten Hinterachsversatz ist gewöhnungsbedürftig.



Das auf den CLS abgestimmte Fahrwerk und Parameterlenkung (tempoabhängige Servolenkung; Ihre Parameter lassen sich über die elektronische Steuerung verändern) haben aber ein williges Einlenkverhalten zur Folge, so dass trotz der alles andere als kompakten Karosserie ein durchaus sportliches Fahrgefühl aufkommt. .

Abrollgeräusche dringen nur dezent bis in den Innenraum. Die von der hausintern entwickelten Steuerelektronik C-Tronic geregelten Luftfederung will ihren fahrdynamischen Anspruch gar nicht verleugnen.

Auch bei hohen Autobahntempi erzeugt die CLS-Karosserie nur erfreulich geringere Windgeräusche.
Die Parameterlenkung folgt mittelbar und direkt den Anweisung des Fahrers und steuert den 1.7 Tonner mühelos durch die Straßen.

 

 

Technische Daten Mercedes CLS 350
Motor Sechszylinder • vier Ventile je Zylinder
Hubraum 3498 ccm
Getriebe Siebengangautomatik
Antrieb Heckantrieb
(Test)Durchschnittsverbrauch 11.9 Liter
Leistung 210 kW (272 PS)
max. Drehmoment 350 Nm bei 2400 U/min
Tankinhalt 80 Liter
Länge/Breite/Höhe 4913/1873/1403 mm
Radstand 2854 mm
Spurweite v / h 1593 / 1603 mm
Kofferraum 409 Liter; 1320 Liter umgeklappt
Leergewicht/Zuladung 1730 kg / 465 kg
Serienbereifung 245/45 R 17 VA & HA
0-100 km/h 7 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h
Preis ab ab 54.346,- Euro
 

Ausstattung

Die Serienausstattung des CLS 350 zeigt sich enttäuschend nackt. Hier ist analog der M-Klasse wieder ein Rückfall in die alte Aufpreispolitik zu verzeichnen: Sei es Luftfederung, beheizte klimatisierte Ledersitze,die Vier-Zonen-Klimatisierung Thermotrnic, 18-Zoll-Felgen oder Xenonscheinwerfer mit Kurvenlicht (1.571 Euro) kosten ebenso kräftige Aufpreise wie Parktronic (765 Euro), Navigationssystem (2.900 Euro), Heckrollo (435 Euro) oder Sitzheizung hinten (394 Euro). Noch frecher: Selbst Skisack (208 Euro), Sidebags im Fond (388 Euro) und Cupholder (46 Euro) schlagen noch mal ins Kontor. Dazu kann der CLS gegen Aufpreis mit allem (vom Abstandsradar Distronic über Bi-Xenon-Kurvenlicht bis zur Sprachbedienung Linguatronic) ausgestattet werden, was das Fahren im Mercedes angenehm und teuer macht. Mit den vielen Ausstattungsoptionen der langen Aufpreisliste lässt sich der CLS problemlos auf über 65000 Euro aufwerten.

Allerdings erteilt Mercedes mit dem CLS der Stammklientel wie den Verfechtern des Boot- und Pferdesports kompromisslos eine ganz klare Absage, da sich eine Anhängekupplung nicht im Angebot befindet.

Fazit

Über die Qualitäten des CLS gibt es keine zwei Meinungen. Endlich gibt es ein Auto der Marke mit dem Stern, dessen Priorität eindeutig auf der optischen Qualität liegt. Er ist nicht nur stilistisch ein überaus gelungenes Automobil. Für die Mercedes-Modellpalette ist der CLS eine wertvolle ästhetische Bereicherung. Mit dem neuen CLS kreierten die Stuttgarter ein automobiles Kunstwerk, das als Zwitter zwischen Coupé und Limousine seinesgleichen sucht. Dennoch: Der CLS zeigt einmal mehr, dass es bei jeder Bewertung auf die Perspektive ankommt. Negativ gewendet ist der neue Mercedes eine schönere E-Klasse mit schlechterer Raumökonomie für mehr Geld. Vom Coupé-Standpunkt aus gesehen ist der CLS hingegen ein Schritt nach vorne. Seine optische Dynamik liegt um Klassen über der beispielsweise eines zweitürigen W124-Coupés, und die Praxistauglichkeit ist, wenn man mal vom Parken durch eine zu geringe Rundumsicht absieht, dennoch deutlich besser.

Dass das praktischste Coupé im Programm zugleich das Schönste ist, könnte damit nicht nur dem etwas angegrauten CL auf S-Klasse-Basis Probleme bereiten, sondern auch der weniger geräumigen und teureren Konkurrenz aus München.

Interessant wird es zu beobachten sein, wie sich der Zuspruch des für diesen Sommer avisierte CLS 320 CDi entwickeln wird.. Diesel und Coupé dürften auch beim CLS kein Widerspruch sein und insbesondere in Deutschland den Absatz des CLS beflügeln. Sein Aggregat ist eine Neuentwicklung mit dem Leistungspotenzial der Konkurrenten aus München und Ingolstadt. Das Drehmoment des 320er CDi wird sogar den 500er V8 überbieten, aber der Verbrauch wird weit unter des 350er V6-Benziner bleiben. Und in Kombination mit der Wandlerautomatik können sich die durchzugsstarken Diesel moderner Machart ohnehin besonders gut in Szene setzen


 

Weitere Informationen unter: www.mercedes.de


 

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